Der Strom-Sportwagen aus Hightech und Handarbeit

2021 soll man ihn bestellen können: Den Audi e-tron GT, den ersten rein elektrischen Sportwagen von Audi. Schon auf der Montagelinie setzt er Massstäbe.

Um einen Audi e-tron GT zu bauen, braucht es Roboter, VR-Brillen – und viel Handarbeit. (Audi)
Um einen Audi e-tron GT zu bauen, braucht es Roboter, VR-Brillen – und viel Handarbeit. (Audi)

Der Audi e-tron GT ist das erste reine Elektroauto der Marke, das in Deutschland entsteht. Der Gran Turismo wird ab Ende 2020 in den Audi Böllinger Höfen am Standort Neckarsulm vom Band fahren. Die Kleinserienfertigung ist für ihre neue Aufgabe erweitert, auf- und umgerüstet worden. Dabei blieb das handwerkliche Können aus der bisherigen Manufaktur erhalten, ergänzt um digitale Prozesse und intelligente Technologien.

Der e-tron GT ist der erste in Deutschland gebaute reine Elektro-Audi. (Audi)
Der e-tron GT ist der erste in Deutschland gebaute reine Elektro-Audi. (Audi)

Bei der Erweiterung nutzten die Produktionsplaner neue virtuelle Methoden. Die Erprobung der Arbeitsabläufe in der Montage und der Logistikprozesse erfolgte erstmals virtuell, die Behälterplanung lief ebenfalls VR-gestützt ab. Die Fertigung des e-tron GT wurde ohne physische Prototypen konzipiert – ein Novum bei Audi.

Das Design des Audi e-tron GT stellt hohe Ansprüche an die Mitarbeiter in der Manufaktur in Neckarsulm. (Audi)
Das Design des Audi e-tron GT stellt hohe Ansprüche an die Mitarbeiter in der Manufaktur in Neckarsulm. (Audi)

Die Karosserie des rein elektrisch angetriebenen Gran Turismo besteht in weiten Bereichen aus ultrahochfestem Stahl und Aluminium. Um diesen Materialmix in den geplanten Stückzahlen zu fertigen, entstand ein Karosseriebau, der das handwerkliche Können der Mitarbeiter mit dem vollen Potenzial der automatisierten Fertigungstechnik vereint.

Noch gibt es den Audi e-tron GT erst mit «Prototype»-Camouflage zu sehen. Premiere hat er 2021. (Audi)
Noch gibt es den Audi e-tron GT erst mit «Prototype»-Camouflage zu sehen. Premiere hat er 2021. (Audi)

Er besteht aus einer innovativen Aufbaulinie, durch die jede Karosserie zweimal läuft. Ihr Herzstück bildet der sogenannte Zweifach-Framer, in dem zehn Roboter die inneren und äusseren Seitenteile befestigen. Er vereint sämtliche Fertigungsschritte beim Fügen der Seiten in einer einzigen Anlage – damit macht er die Produktion des Audi e-tron GT auf den bestehenden Flächen möglich.

Neu ist auch das Inline-Messverfahren für die Karosserien. Es steigert die Genauigkeit weiter und erlaubt es, sehr schnell auf kleinste Abweichungen zu reagieren. Am Ende der Aufbaulinie steht präzise Handarbeit: Erfahrene Werker montieren die Anbauteile und kontrollieren das Finish der fertigen Karosserie.

Dicke Backen: Die Seitenwandrahmen des e-tron GT haben eine Ziehtiefe von 35 Zentimeter. (Audi)
Dicke Backen: Die Seitenwandrahmen des e-tron GT haben eine Ziehtiefe von 35 Zentimeter. (Audi)

Das expressive Design des Audi e-tron GT stellt ungewöhnlich hohe Ansprüche an die Fertigungsqualität – der Seitenwandrahmen beispielsweise weist zwischen dem höchsten und dem tiefsten Punkt eine ungewöhnlich grosse Ziehtiefe von 35 Zentimetern auf.

Die erweiterte Montagelinie umfasst 36 statt bisher 16 Arbeitstakte. Der e-tron GT teilt sie sich mit dem R8 – diese Integration von zwei technisch völlig unterschiedlichen Autos ist einzigartig im Volkswagen-Konzern. Beide Modelle werden auf denselben fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) und an einer elektrisch angetriebenen Hängebahn bewegt.

Ein Novum: Der Audi R8 mit V10-Verbrenner und der vollelektrische e-tron GT werden auf einer gemeinsamen Montagelinie gebaut. (Audi)
Ein Novum: Der Audi R8 mit V10-Verbrenner und der vollelektrische e-tron GT werden auf einer gemeinsamen Montagelinie gebaut. (Audi)

An einer Station der Linie arbeiten Menschen und Roboter unmittelbar zusammen. Wenn gewünscht, produziert ein 3D-Drucker auf Vorschlag der Mitarbeiter massgeschneiderte Montagehilfen. Nach seiner Fertigstellung absolviert jedes Auto eine 40 Kilometer lange Runde auf öffentlichen Strassen, die auch Passagen auf der Autobahn und im Stadtverkehr beinhaltet.

Produktionsleiter Wolfgang Schanz posiert mit einer e-tron-GT-Karosserie. (Audi)
Produktionsleiter Wolfgang Schanz posiert mit einer e-tron-GT-Karosserie. (Audi)

«Mit der Integration von Audi R8 und Audi e-tron GT entsteht in den Böllinger Höfen ein einzigartiges Zusammenspiel aus Handwerkskunst und Smart Factory», fasst Produktionsleiter Wolfgang Schanz zusammen. «Was mich dabei besonders stolz macht, sind die Leidenschaft und der Spirit unseres Teams.»

Der e-Sound des Audi e-tron GT

Ob Qualität, Design oder technische Eigenschaften – der Audi e-tron GT ist ein Auto, in dem die ganze Leidenschaft von Audi steckt. Das gilt auch für den Klang des elektrisch angetriebenen Gran Turismo. Die Ingenieure Rudolf Halbmeir und Stephan Gsell haben den progressiven elektronischen Sound konzipiert und designt – am Rechner, im Soundlabor, im fahrenden Auto und in Kundenstudien.

An der Fahrzeugfront – und optional am Heck – warnt der e-tron GT akustisch. (Audi)
An der Fahrzeugfront – und optional am Heck – warnt der e-tron GT akustisch. (Audi)

Wie jedes Elektroauto bringt der e-tron GT das gesetzlich erforderliche Akustische Fahrzeug-Warnsystem (AVAS) mit, es ist jedoch in ein breiteres akustisches Spektrum eingebettet. Ein Lautsprecher in der Fahrzeugfront strahlt den AVAS-Klang ab. Wenn der Kunde das optionale Soundpaket bestellt, kommt ein zweiter, grosser Lautsprecher im Heck dazu.

Parallel dazu sorgen zwei Lautsprecher im Innenraum für ein emotionales Klangerlebnis. Der e-tron GT-Sound wird von zwei Steuergeräten permanent neu abgemischt, abhängig von Grössen wie Geschwindigkeit oder Fahrpedalstellung. Über das System Audi drive select kann der Fahrer einstellen, ob und wie intensiv er ihn hören will.

Vor der Auslieferung wird jeder Audi e-tron GT auf 40 Kilometer öffentlichen Strassen getestet. (Audi)
Vor der Auslieferung wird jeder Audi e-tron GT auf 40 Kilometer öffentlichen Strassen getestet. (Audi)

So sah das Konzept-Auto aus

In Showcar-Form hatte der Audi e-tron GT 2018 an der LA Auto Show (2018) Premiere. Schon damals war ziemlich sicher, dass das viertürige Coupé in Serie gehen wird. Lesen Sie hier, wie der Audi e-tron GT concept vorgestellt wurde.

Nach dem SUV Audi e-tron und dem 2019 folgenden Audi e-tron Sportback rollt damit der nächste E-Audi an den Start. Diesmal mit einer Flachbodenarchitektur, die aufregende Proportionen und einen tiefen Schwerpunkt ermöglicht. 434 kW (590 PS) werden für Sportwagen-gemässe Fahrleistungen sorgen. Das Drehmoment gelangt – selbstverständlich für einen so dynamischen Audi – über den permanenten Allradantrieb quattro mit Torque Vectoring an die Räder. Für die folgende Umsetzung zum Serienmodell ist die Performance-Tochter Audi Sport GmbH verantwortlich.

Sieht blitzschnell aus und ist es auch: Der e-tron GT concept vor der Skyline von Los Angeles. (AUDI)
Sieht blitzschnell aus und ist es auch: Der e-tron GT concept vor der Skyline von Los Angeles. (Audi)

Inspiration aus dem Windkanal: Design und Karosserie


Flach, breit und mit langem Radstand – das sind die Proportionen eines klassischen Gran Turismo. Und dies zeigt der Audi e-tron GT concept mit seinen 4,96 Meter Länge, 1,96 Meter Breite und 1,38 Meter Höhe. Die Leichtbau-Karosserie des viertürigen Coupés ist in Multimaterial-Bauweise gefertigt ist. Hier finden sich eine Dachpartie aus Carbon ebenso wie zahlreiche Aluminium-Komponenten und tragende Elemente aus hochfestem Stahl. Die Technik dieses Automobils wurde in enger Zusammenarbeit mit Porsche entwickelt. Design und Charakter bringen zugleich ein Maximum an unverwechselbarer Audi-DNA mit.

Die weit nach hinten gezogene, flach abfallende Dachlinie des e-tron GT concept nimmt Anleihen beim markentypischen Sportback-Layout. Dies wird jedoch klar in die Zukunft fortentwickelt und weist den Weg in die nächste Evolutionsstufe der Audi-Formensprache. Gegenüber aktuellen Audi-Modellen fällt die nach hinten stark eingezogene Kabine auf. Radläufe und Schulter sind betont modelliert, unterstreichen zusammen mit dem für ein Elektrofahrzeug ungewöhnlich flachen Boden schon optisch den niedrigen Schwerpunkt und das dynamische Potenzial des Audi e-tron GT concept.

Der e-tron GT concept zeigt die nächste Evolutionsstufe der Audi-Formensprache auf. (Audi)
Der e-tron GT concept zeigt die nächste Evolutionsstufe der Audi-Formensprache auf. (Audi)

Die weiten Linien sowie die zahlreichen funktionalen Elemente der Karosserie wie die Luftauslässe der Radhäuser und der massige Heckdiffusor betonen ihren Ursprung im Windkanal. Ein niedriger und damit den Verbrauch senkender cW-Wert sowie der niedrige Auftrieb prägen sichtbar die Formgestaltung.

Der Schwellerbereich zwischen den Radhäusern ist weit nach aussen gezogen und klar gegenüber der Kabine abgesetzt. Er weist auf den Unterbodenbereich hin, wo sich die Batterie und damit das Energiezentrum des Audi e-tron GT concept befindet. Auch die Gestaltung der Räder mit jeweils fünf Doppelspeichen folgt sichtbar der Funktion. Ihr dynamisches Design ermöglicht die optimale Belüftung der Bremsscheiben und reduziert zugleich den Luftwiderstand. Bereift im Format 285/30, setzen die 22 Zoll grossen Räder auch klare Akzente in der Seitenansicht.

Im Zentrum der Frontpartie findet sich der markentypische Singleframe. Seine Architektur fällt gegenüber den beiden e-tron SUV deutlich horizontaler aus. Die obere Hälfte nimmt eine in Wagenfarbe lackierte Abdeckung auf. Ihre Oberflächenstruktur erinnert an das typische Wabenmuster des Grills von Audi RS-Modellen – ein visuelles Signal, das den Audi e-tron GT concept als künftiges Produkt der Audi Sport GmbH kennzeichnet.

Der e-tron GT concept ist ein reiner Stromer – mit dem RS-Wabenmuster am Grill. (Audi)
Der e-tron GT concept ist ein reiner Stromer – mit dem RS-Wabenmuster am Grill. (Audi)

Grosse Lufteinlässe in der Front verhelfen mit der gezielten Durchströmung der Karosserie zu einer wirkungsvollen Kühlung von Aggregaten, Batterie und Bremsen. Die an der Oberfläche durchströmte Fronthaube nimmt Anleihen bei den beiden jüngsten Showcars der Marke, dem Aicon und dem PB18 e-tron. Sie ist so gestaltet, dass der Luftstrom anliegt und damit unerwünschte Verwirbelungen geringer ausfallen.

Die Pfeilung der Frontpartie betont auch die Matrix LED-Scheinwerfer mit Laser-Fernlicht und unterstreicht die dynamische Präsenz des Audi e-tron GT concept selbst im Stand. Wie schon bei den aktuellen Visions-Fahrzeugen der Marke ist auch hier das Licht animiert und begrüsst den Fahrer mit einer kurzen Funktionssequenz, der horizontal sich ausbreitenden Lichtwelle: eine neue visuelle Signatur, die künftig ihren Weg in die Serie finden soll.

Die Leuchtband am Heck zeigt: Hier fährt ein Auto aus der e-tron-Reihe. (Audi)
Die Leuchtband am Heck zeigt: Hier fährt ein Auto aus der e-tron-Reihe. (Audi)

Über die gesamte Breite des Hecks verläuft ein Leuchtenband, das sich an den Aussenkanten, in den eigentlichen Leuchteinheiten, in einzelne keilförmige LED-Segmente auflöst. Diese Architektur verbindet den e-tron GT mit dem Serien-SUV e-tron und macht beide auch im Dunkeln als E-Automobile von Audi kenntlich.

Funktional und dennoch nicht technoid unterkühlt: so wirkt die neue Aussenfarbe Kinetic Dust – ein warmer, dunkler Titan-verwandter Ton. Er ermöglicht, je nach Lichteinfall und -bewegung, signifikante Kontraste zwischen den Flächen der Karosserie. Matte, ebenfalls warm getönte Aluminiumelemente an Fensterschächten und Felgen verstärken diese Effekte noch.

Nachhaltige Moderne: das Interieur

Vier Türen, vier Sitzplätze bei 2,90 Meter Radstand – im Innenraum bietet der Audi e-tron GT concept ein hohes Mass an Alltagstauglichkeit, gepaart mit höchster Qualitätsanmutung. Das funktionale Zentrum des Interieurs befindet sich vorne links, sichtbar auf den Fahrerplatz fokussiert. Die Mittelkonsole, der grossflächige Touchscreen im oberen Bereich sowie die Linienführung von Türbrüstung und Cockpit rahmen den Arbeitsplatz des Fahrers, binden ihn ergonomisch perfekt in die Bedienlemente und das Infotainment des Audi e-tron GT ein. Die Mittelkonsole und das frei stehende Kombiinstrument scheinen zu schweben. Helle Farbtöne im oberen Bereich des Cockpits und die schrittweise dunklere Abstufung bis in den Bodenbereich erzeugen den Eindruck von lichter Weite. Vom Rennsport inspirierte Sportsitze in beiden Sitzreihen sorgen für besten Seitenhalt auch bei zügiger Kurvenfahrt.

Sowohl der Bildschirm des Zentralinstruments als auch der Touchscreen oberhalb der Mittelkonsole sind in Black Panel Optik ausgeführt. Sie unterstreichen die grossflächige, ruhige Gestaltung des Innenraums mit seiner vorwiegend horizontalen Grundarchitektur. In Funktion lassen sich die Monitore je nach Wunsch des Fahrers in verschiedenen Layouts belegen: für virtuelle Rundinstrumente, übersichtliche Navigationskarten mit Informationen zur Reichweite oder für die diversen Funktionsmenüs des Infotainments. Die Steuerung erfolgt über den Touchscreen mit haptischem Feedback.

So schön kann Nachhaltigkeit sein: Der Audi e-tron GT concept hat einen veganen Innenraum. (Audi)
So schön kann Nachhaltigkeit sein: Der Audi e-tron GT concept hat einen veganen Innenraum. (Audi)

Die Designer haben sich beim Concept Car bewusst für den konsequenten Einsatz nachhaltiger Materialien entschieden – ein klares Statement für die automobile Moderne. Auf den Einsatz von Produkten tierischen Ursprungs verzichten sie völlig: der Audi e-tron GT concept besitzt einen veganen Innenraum. Bei den Sitzen und weiteren Verkleidungsflächen kommt ein hochwertiges synthetisches Leder zum Einsatz. Auf den Sitzflächen sowie den Armauflagen und an der Mittelkonsole finden sich textile Bespannungen, die aus recycelten Fasern hergestellt sind. Microfasermaterial kommt am Dachhimmel und den Verkleidungen der Fenstersäulen zum Einsatz. Sogar der hochflorige Bodenteppich ist aus nachhaltigem Econylgarn gefertigt, einer Recyclingfaser, die aus gebrauchten Fischernetzen hergestellt wird.

Mit gleich zwei Gepäckräumen schöpft der Audi e-tron GT concept für einen Gran Turismo aus dem Vollen. Hier macht er sich seinen Konzeptvorteil als E-Automobil mit kompakten Antriebseinheiten zunutze. Im Heck mit der grossen Ladeklappe lassen sich 450 Liter Volumen unterbringen. Unter der Fronthaube gibt es noch einmal 100 Liter zusätzliche Kapazität.

Performance und Reichweite: der Antrieb

434 Kilowatt (590 PS) Systemleistung – das ist ein beeindruckender Wert für das Potential des rein elektrischen Antriebs. Je eine E-Maschine arbeitet an der Vorder- und Hinterachse. In beiden Fällen handelt es sich um permanent erregte Synchronmotoren. Sie bringen das Drehmoment über alle vier angetriebenen Räder auf die Strasse – selbstverständlich ist auch der neue Audi e-tron GT concept ein echter quattro. Ein E-quattro genaugenommen, denn es gibt keine mechanische Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse. Die elektronische Systemsteuerung koordiniert den Antrieb zwischen den Achsen sowie zwischen linken und rechten Rädern. Das bedeutet: optimale Traktion und nur das erwünschte Mass an Schlupf.

Der Audi e-tron GT concept braucht bloss 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. (Audi)
Der Audi e-tron GT concept braucht bloss 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. (Audi)

So soll künftig eine Beschleunigung in rund 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und in kaum mehr als 12 Sekunden auf 200 km/h möglich sein. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 240 km/h zugunsten der Reichweite abgeregelt. Keine Selbstverständlichkeit im Wettbewerb ist die Möglichkeit, auch mehrmals nacheinander das Sprintvermögen des Antriebs voll auszukosten. Während andernorts der Antrieb aus thermischen Gründen in den Schongang zurückschaltet, kann der Audi e-tron GT concept dank seiner ausgeklügelten Kühlstrategie dem Fahrer das volle Potential der beiden Motoren und der Batterie zur Verfügung stellen.

Die Reichweite des Konzeptfahrzeugs wird, nach dem neuen WLTP-Standard ermittelt, mehr als 400 Kilometer betragen. Die Antriebsenergie dafür stellt eine Lithium-Ionen-Batterie mit einem Energieinhalt von mehr als 90 kWh bereit, die flach bauend den gesamten Unterbodenbereich zwischen Vorder- und Hinterachse einnimmt. Entscheidender Vorteil dieser Bauweise ist der extrem niedrige Schwerpunkt des Autos – vergleichbar mit dem des Audi R8 – von dem wiederum die Fahrdynamik entscheidend profitiert. Eine Allradlenkung setzt diese um in eine perfekte Synthese aus Sportwagen-gemässer Agilität und Präzision, ergänzt um höchste Richtungsstabilität.

Der Schwerpunkt des Audi e-tron GT concept ist mit jenem des R8 vergleichbar. (Audi)
Der Schwerpunkt des Audi e-tron GT concept ist mit jenem des R8 vergleichbar. (Audi)

Das Rekuperationssystem trägt bei Audi E-Mobilen bis zu 30 Prozent zur Reichweite bei – auch bei einem so sportlichen Fahrzeug wie dem Audi e-tron GT concept ist dies essentiell. Die Rekuperation bezieht sowohl die beiden E-Maschinen als auch das elektrohydraulisch integrierte Bremsregelsystem mit ein. Dabei werden verschiedene Rekuperationsarten kombiniert: die manuelle Schubrekuperation per Schaltwippen, die automatische Schubrekuperation über den prädiktiven Effizienzassistenten und die Bremsrekuperation mit fliessendem Übergang zwischen elektrischem und hydraulischem Verzögern. Bis 0,3 g rekuperiert der Audi e-tron GT concept ohne Einsatz der konventionellen Bremse ausschliesslich über die E-Maschinen – dies ist bei mehr als 90 Prozent aller Verzögerungen der Fall. Damit werden praktisch alle normalen Bremsmanöver energetisch in die Batterie zurückgespeist. Erst wenn der Fahrer mit dem Bremspedal stärker als 0,3 g verzögert, kommen die Radbremsen ins Spiel. Beim Audi e-tron GT concept gibt es leistungsfähige Keramikscheiben, die auch bei mehrfachen extremen Verzögerungen ohne Nachlassen der Bremsleistung operieren.

Reduktion der Ladezeiten: 800-Volt-Ladesystem

Der Akku des Audi e-tron GT concept lässt sich auf mehrere Arten laden: zum einen per Kabel, das hinter der Klappe im linken vorderen Kotflügel angeschlossen wird, zum anderen kontaktlos per Induktion, mittels des sogenannten Audi Wireless Charging. Hier wird eine Ladeplatte mit integrierter Spule fest in den Parkplatz des Autos integriert, und an das Stromnetz angeschlossen. Das magnetische Wechselfeld induziert über den Luftspalt hinweg eine Wechselspannung in der Sekundärspule, die im Boden des Automobils montiert ist. Mit einer Ladeleistung von 11 kW lässt sich der Audi e-tron GT concept bequem über Nacht voll laden.

Wie beim Handy: Den Audi e-tron GT concept kann man sogar kabellos aufladen. (Audi)
Wie beim Handy: Den Audi e-tron GT concept kann man sogar kabellos aufladen. (Audi)

Wesentlich schneller erfolgt das Laden per Kabel, denn das viertürige Coupé ist mit einem 800-Volt-System ausgestattet. Dieses führt zur deutlichen Reduktion der Ladezeiten gegenüber konventionellen, heute üblichen Systemen. So reichen etwa 20 Minuten, um die Batterie wieder auf 80 Prozent ihrer Kapazität zu laden und damit wieder auf eine Reichweite von mehr als 320 Kilometern (WLTP) zu gelangen. Jedoch lässt sich der e-tron GT concept auch an Ladesäulen mit geringerem Spannungsniveau aufladen und erlaubt seinem Fahrer damit Zugang zum gesamten Ladenetz.

Audi: E-Offensive geht weiter

Mit der Weltpremiere des elektrisch angetriebenen SUV Audi e-tron im September 2018 startete die Marke mit den Vier Ringen ihre E-Offensive. Bis 2025 wird Audi zwölf Automobile mit reinem Elektro-Antrieb in den wichtigsten Märkten weltweit anbieten und rund ein Drittel seines Absatzes mit elektrifizierten Modellen erzielen. Zu den SUVs innerhalb dieses Portfolios zählen unter anderem der Audi e-tron und der 2019 debütierende Audi e-tron Sportback. Darüber hinaus wird es eine Reihe Modelle mit klassischem Karosserie-Layout wie Avant und Sportback geben. Das Angebot soll von der Kompaktklasse bis in die Oberklasse alle relevanten Marktsegmente umfassen.

Die Serienversion des e-tron GT soll Anfang 2021 ausgeliefert werden. (Audi)
Die Serienversion des e-tron GT soll Anfang 2021 ausgeliefert werden. (Audi)

Auf der Los Angeles Motorshow 2018 gibt das Showcar Audi e-tron GT concept sein Debüt, ein hoch dynamisches Coupé mit flacher Bodengruppe. Die Technik dieses Automobils ist in Zusammenarbeit mit Porsche entstanden – Design und Charakter des e-tron GT concept bringen zugleich ein Maximum an unverwechselbarer Audi-DNA mit. Das Projekt wird bis Ende 2020 zur Serienreife entwickelt. Anfang 2021 sollen erste Auslieferungen an Kunden erfolgen.

Ein weiteres Gemeinschaftsprojekt der Entwicklungsabteilungen von Audi und Porsche ist die Premium-Architektur Elektrifizierung, kurz PPE. Sie wird die Basis für gleich mehrere Audi- Modellfamilien mit reinem E-Antrieb bilden, die vom B- bis zum D-Segment volumenstarke Segmente abdeckt.

e-tron News

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Bitte beachten Sie, dass sich diese Informationen auf das Konzeptfahrzeug, welches nicht serienmässig hergestellt wird, beziehen. Die Daten zum serienmässig hergestellten Produktionsmodell liegen noch nicht vor. Das abgebildete Modell und die technischen Daten beziehen sich auf das Konzeptfahrzeug Audi e-tron GT concept. Bitte beachten Sie, dass der Audi e-tron GT concept ein nicht serienmässig hergestelltes Konzeptfahrzeug ist, welches noch nicht als Serienfahrzeug erhältlich ist. Die Daten zum serienmässig hergestellten Produktionsmodell liegen noch nicht vor.