Das kann der Polizei-e-tron

Die Kantonspolizei Zürich baut ihre nachhaltige CO2-Strategie aus und nimmt einen Audi e-tron in ihre Patrouillen-Flotte auf. Mit ein paar Polizei-Extras an Bord.

Von Max Fischer
Der Audi e-tron der Kantonspolizei Zürich im Einsatz. (Kantonspolizei Zürich)
Der Audi e-tron der Kantonspolizei Zürich im Einsatz. (Kantonspolizei Zürich)

Im Februar 2020 startet die Kantonspolizei Zürich einen Test mit ihrem ersten vollelektrischen Verkehrspolizei-Patrouillenfahrzeug. Bereits sind 13 Prozent ihrer Fahrzeugflotte von 650 Autos mit einem alternativen Antrieb ausgestattet. Doch jetzt kommt der erste Stromer, der komplett für den Patrouillendienst ausgerüstet ist – auch auf Autobahnen: ein Audi e-tron 55 quattro.

Das Demo-Polizeiauto wurde im November in Zürich interessierten Polizei-Vertretern vorgestellt. (Thomas Buchwalder)
Das Demo-Polizeiauto wurde im November in Zürich interessierten Polizei-Vertretern vorgestellt. (Thomas Buchwalder)

Klar, dass es sich dabei nicht um einen e-tron «von der Stange» handelt. Das Auto wird extra für den Polizeieinsatz umgerüstet. Das macht die Firma R-Technik AG im bernischen Unterseen. «Diesen e-tron haben wir zuerst als Demofahrzeug für die AMAG aufgebaut», sagt Geschäftsführer Stefan Riesen.

Stefan Riesen vor dem Polizei-e-tron. (Thomas Buchwalder)
Stefan Riesen vor dem Polizei-e-tron: Er ist Geschäftsführer der Firma R-Technik AG, die den Audi umgebaut hat. (Thomas Buchwalder)

Kosten für den Umbau: zwischen 20’000 und 30’000 Franken. Riesen meint: «Wir benötigen 80 bis 100 Stunden, bis so ein Fahrzeug fertig ist.»

Jährlich machen er und sein Team 200 Autos fit für den Polizeieinsatz. Stolz sagt er: «Die Kantonspolizei Zürich hat selber auch eine Garage, in der sie viele Umbauten in Eigenregie ausführt. Doch den e-tron 55 durften wir voll ausgestattet abliefern.»

Sogar in die Kameras für die virtuellen Seitenspiegel des Audi e-tron hat das Team von Stefan Riesen ein Blaulicht eingebaut. (Thomas Buchwalder)
Sogar in die Kameras für die virtuellen Seitenspiegel des Audi e-tron hat das Team von Stefan Riesen ein Blaulicht eingebaut. (Thomas Buchwalder)

Das heisst: Im Dachbalken ist eine Sondersignalanlage montiert. «Diese ist sehr flach und aerodynamisch. Sie verfügt über die neueste LED-Technologie», so Riesen. Das ist nicht alles: Der Polizei e-tron ist mit einem Nachfahrmessgerät unterwegs. Die Kamera liefert die Bilder direkt auf den originalen Auto-Monitor. Hinzu kommen ein Funkgerät sowie diverse Materialien für Signalisation, Absperrung, Rettungseinsätze, Fotoarbeiten und den Personenschutz.

So schick kann ein Polizei-Auto sein: In der Mittelkonsole findet das Funkgerät platz. (Thomas Buchwalder)
So schick kann ein Polizei-Auto sein: In der Mittelkonsole findet das Funkgerät platz. (Thomas Buchwalder)

Im Kofferraum befindet sich ein Heckausbau aus Aluminium mit einem Schubladensystem für Material und Waffen. «Die Warnleuchten wie Front-, Seiten- und Spiegelblitzer sind alle in den virtuellen Aussenspiegel verbaut», sagt Riesen. In der Heckklappe sind zusätzliche Blinker eingebaut.

Die Vordersitze sind mit Kevlar überzogen, im Fonds sind Kunstledersitzbezüge ans Auto angepasst worden.

Der Kofferraum des Audi e-tron 55 quattro hat genug Platz für das ganze Polizei-Material inklusive Waffen-Schublade. (Thomas Buchwalder)
Der Kofferraum des Audi e-tron 55 quattro hat genug Platz für das ganze Polizei-Material inklusive Waffen-Schublade. (Thomas Buchwalder)

Für Technikaffine: Die Sondersignalanlage funktioniert mit dem Can-Bus. Hier werden alle Steuergeräte im Auto vernetzt. Moderne Autos verfügen heute über eine Vielzahl an elektronischen Systemen. Viele müssen miteinander kommunizieren. Aufgrund der Menge ist eine konventionelle Verkabelung kaum noch möglich. An die Stelle des herkömmlichen «Kabelbaums» sind sogenannte Bus-Systeme gerückt. Durch einzelne Leitungen werden die Steuergeräte direkt miteinander vernetzt.

Die Kantonspolizei Zürich will den Audi e-tron über 400’000 Kilometer testen, um Erkenntnisse zu Betriebskosten und Batterie-Lebensdauer zu gewinnen. (Thomas Buchwalder)

Bei den Tests will die Zürcher Kantonspolizei ermitteln, wie hoch die Betriebskosten sind. Und vor allem die Tauglichkeit für den Polizei-Alltag – auch auf Autobahnen – genau analysieren. Bei Elektrofahrzeugen ganz wichtig: Die Polizisten interessieren sich brennend für die Lebensdauer der Batterien.

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