Magic Moment in San Francisco

Gespannt auf den Audi e-tron: Der Tessiner Elektroingenieur und Ex-Hockeysportler Nadir Mandioni (44) war an der Audi-Weltpremiere in San Francisco dabei. Im Audi Tech Park liess er sich von den Audi-Ingenieuren die technischen Innovationen erklären. Seinen eigenen e-tron kann er kaum erwarten.

Hin und wieder nimmt Nadir Mandioni (44) lieber den Pass als den langen Tunnel. «Spätestens dann merkt man, warum der Elektromotor so viel besser ist: Das regenerative Bremsen, das One-Pedal-Feeling und die Beschleunigung ohne Motorengeräusche machen das Fahren unvergleichlich», sagt der Elektroingenieur. «Man hört nur ein leises Pfeifen.» Der ehemalige ehemaligen Eishockey-Profi-Schiedsrichter fährt seit drei Jahren elektrisch. Jetzt fiebert er dem Audi e-tron entgegen, der Anfang 2019 in den Schweizer Handel kommt.

Nadir Mandioni bei der Weltpremiere des Audi e-tron.
Nadir Mandioni bei der Weltpremiere des Audi e-tron.

Als einer der wenigen Schweizer war Mandioni am 17. September live dabei, als Audi in San Francisco erstmals den Serien-e-tron vorgestellt hat. Ein «Magic Moment», wie der gebürtige Tessiner selber sagt. «Man hat gemerkt: Das ist eine neue Epoche, die gerade eingeläutet wird.» Mehr über seine Reise an die Pforte des Silicon Valleys erfahren Sie im Video.

Nadir Mandioni in San Francisco.
Nadir Mandioni in San Francisco.

Der Audi e-tron kommt mit beeindruckenden technischen Daten: Der erste vollelektrische Audi kann bis zu 300 kW Leistung abrufen. Eine neue quattro-Generation bringt die Leistung der beiden Motoren auf die Strasse. Die Reichweite – 400 Kilometer nach WLTP – macht den e-tron zum Langstrecken-Profi.

Doch hingerissen war Ingenieur Mandioni nicht etwa von den Zahlen und Werten, sondern von einer genialen Idee: «Die virtuellen Rückspiegel sind mein persönliches Highlight», sagt er. Als High-End-Option erhält der Strom-Audi Kameras statt Seitenspiegel. Das ist besser für die Aerodynamik – «und das aufgenommene Bild von der Seite ist etwas, das einen Mehrwert bringt für den Fahrer» sagt Mandioni.

Begeistert vom e-tron: Star-Koch Andreas Caminada (41, links) und Nadir Mandioni an der Präsentation in San Francisco.
Begeistert vom e-tron: Star-Koch Andreas Caminada (41, links) und Nadir Mandioni an der Präsentation in San Francisco.

Was sich der Ex-Hockey-Spieler und zweifache Familienvater sonst noch vom e-tron und der Zukunft der E-Mobilität erhofft, erfahren Sie in seinem Moblitäts-Selbstportrait:

«Mobilität bedeutete für mich immer schon Freiheit und ein Stück weit auch Belohnung. Ein Ausflug oder ein Wochenende im Tessin, das ist etwas, was man sich gönnt. Eine Reise erlaubt, neue Erfahrungen zu sammeln. Das schätzte ich schon als Lernender bei der ehemaligen Swissair und später als Eishockeyspieler sowie Profi-Schiedsrichter sehr. Als 16-Jähriger flog ich bereits nach Genf und Lugano oder zum Lehrabschluss nach New York. Auch als Eishockeysportler und Schiedsrichter kam ich in der Welt herum. 1989, kurz vor dem Mauerfall, war ich in Berlin, und als ich 1999 und zehn Jahre später 2009 zurückkehrte, erlebte ich, wie rasant sich die Stadt entwickelt hatte.

Als Elektroingenieur aus Leidenschaft schätze ich die Möglichkeiten der digitalen Netzwerke. In unserem Planungs- und Bauunternehmen nutze ich Virtual Reality. Netzwerke sind ja wie eine endlose Datenbank. Man muss aber wissen, wie man mit ihr umgeht, und sollte auch Zeit ohne Tablet oder Smartphone verbringen. Meine Familie verhindert praktisch, dass ich zu einem ‹Nerd› werde. Aber wenn man mit der Vernetzung umzugehen weiss, gibt sie einem mehr Freiraum, sein analoges Leben zu pflegen. Meine Batterien lade ich beim Eishockey auf, beim Velofahren oder beim Schwimmen.

Mandioni schwimmt im Hotel-Pool.
Mandioni schwimmt im Hotel-Pool.

Ich finde, Mobilität sollte so stressfrei sein wie möglich. Deshalb bin ich von der Elektromobilität so infiziert. Als ich bei ABB das Geschäft mit Solarenergie und Elektroladestationen mit aufbaute, kam ich erstmals damit in Berührung. Beschleunigung ohne lärmige Motorengeräusche zu erleben, empfinde ich als absolut faszinierend. Man ist dabei so relaxt, als sässe man zu Hause auf dem Sofa. Dadurch kann ich mich fokussierter meinen eigenen Gedanken widmen oder mich in Ruhe mit meiner Frau unterhalten. Und man wird nicht unterbrochen, weil man dazwischen auftanken muss. Elektromobilität gibt einem mehr Selbstbestimmung zurück.

Die Vernetzung, die ein modernes Auto mit dem Infotainment und den Assistenzsystemen mit sich bringt, vereinfacht schon heute meinen Alltag immens. Ich möchte den Spurhalteassistenten nicht missen, der immer intelligenter wird. Er bringt einen Mehrwert für den gesamten Verkehr, denn ohne brüske Manöver gibt es weniger Stop-and-go. Mein Auto ist auch ein Kommunikationstool. Wenn ich mit meiner Frau telefonieren will, muss ich lediglich ihren Vornamen aussprechen, und mein Auto folgt meinem Sprachbefehl. Wenn ich in mein Auto einsteige, ist meine Agenda hinterlegt, und mein Auto weiss, wohin ich fahren möchte, und gibt mir selbstständig die beste Route an, ohne dass ich sie in ein Navigationssystem eingeben muss. Das macht das Leben einfacher. Selbst meine Kinder fahren schon lieber elektrisch. Sie sagen, dass Diesel- und Benzinfahrzeuge lärmen und stinken. Und bei langen Fahrten können sie über Spotify ihre Lieblingshörbücher herunterladen.


So sieht die Zukunft aus: Nadir Mandioni studiert das Audi-Interface.

Meine Zukunftsvision sieht so aus: Wenn wir ins Tessin möchten, wird uns ein selbstfahrendes Auto zum Bahnhof bringen, und wenn wir in Locarno angekommen sind, warten bereits E-Bikes auf uns, die ich via App gebucht habe. Die Fortbewegung in der Zukunft stelle ich mir geräuschlos, stressfrei und fliessend vor.»

Aufgezeichnet von Brigitte Ulmer

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