Rein elektrisch vom Zürich- an die Nordsee – und zurück

Lars Thomsen beschäftigt sich als Zukunftsforscher damit, wohin die Reise für uns alle geht. Nun hat er den Weg zum Ziel gemacht: Kommt man mit dem Audi e-tron rein elektrisch zügig von den Voralpen an die Nordsee, ohne zu stranden?

Er gehört zu den vollelektrischen Pionieren in der Schweiz: Seit 2012 fährt Lars Thomsen rein elektrisch, hat Kinderkrankheiten der Fahrzeuge mitgemacht und vom Fahrersitz aus beobachtet, wie immer mehr Autofahrerinnen und Autofahrer es ihm gleichtun. «Am Anfang waren Langstreckenfahrten eher etwas für Abenteuerlustige», sagt Thomsen. «Die Infrastruktur war noch nicht so weit. Ich habe mich damals am Abend vor der Fahrt mit einer Reisekarte hingesetzt und die Ladestopps genau geplant.»

Beruflich beschäftigt sich Thomsen damit, was uns alle irgendwann beschäftigen wird: Mit seiner Firma Future Matters schaut er für Firmen und Organisationen in die Zukunft, spürt die kommenden Megatrends auf. Doch selbst einem Zukunftsgläubigen wie Thomsen fuhr anfangs noch die Skepsis mit: «Ich hatte immer ein 30-Meter-Kabel im Auto. Notfalls, so mein Plan, würde ich bei einem Bauern klingeln, die haben meistens Starkstromanschlüsse auf dem Hof», sagt Thomsen. «Tatsächlich gebraucht habe ich das Kabel aber nie.»

Lars Thomsen lädt den Audi e-tron an einer öffentlichen Schnellladesäule. (Foto: Adrian Bretscher)

Heute ist die Situation ganz anders. «In den letzten zwei Jahren hat sich das öffentliche Ladenetz in Europa massiv verbessert. Wir haben einen sogenannten Tipping Point erreicht: Der Anfang war zäh, jetzt geht plötzlich alles ganz schnell», sagt Thomsen. «Man kommt mit dem elektrischen Auto in die Ferien oder zu weiter entfernten Geschäftsterminen, ohne dass man sich Sorgen machen müsste. Alles funktioniert, auch ohne Detailplanung.»

Lars Thomsen am Zürichseee (Foto: Adrian Bretscher)

Thomsen hat es ausprobiert: Rund 1000 Kilometer mit dem Audi e-tron vom Zürichsee über Hamburg bis nach Büsum an der Nordsee. Die Ladestopps? Die hat das Auto selber vorgeschlagen. «Ich habe mich am Morgen hinters Steuer gesetzt und mich auf den Bordcomputer verlassen. Als Ziel habe ich Hamburg eingegeben und bekam die Rückmeldung, dass ich bis dahin vier Ladehalte brauche», sagt Thomsen. «Alles wird vorausberechnet – der Audi e-tron konnte mir sogar sagen, wie viele Ladesäulen gerade frei sind und wie lange das Nachladen ungefähr dauern wird. Alles wurde dynamisch angepasst, je nachdem wie schnell ich gefahren bin und wie viel Energie ich deshalb verbraucht habe. Schweissperlen hatte ich nie auf der Stirn.»

Der Audi e-tron schlägt die Ladestopps gleich selber vor. (Foto: Adrian Bretscher)

Neben der Intelligenz des Autos hat Lars Thomsen auch der Komfort im Audi e-tron beeindruckt. «Ich habe meine Zeit im Auto richtig genossen. Selbst bei Tempo 130 kann man wunderbar telefonieren, ich war etwa sechs Stunden am Telefon! Die Telefonschnittstelle ist toll, dank der Dachantenne hatte ich durchgängig Empfang – die Leute am anderen Ende habe mich gefragt, ob ich gerade im Büro sitze.»

Er habe sich ein bisschen wie im Komfort-Cocon gefühlt: «Das ist einfach ein toller Reisewagen. Die Qualität der Materialien, der Innenraum, die Akustik, die Soundanlage, die Ambientbeleuchtung, das alles kann Audi wirklich besser als viele, viele andere Hersteller.»

Aufgrund seiner «sportlichen Fahrweise», sagt Thomsen, habe er bei der Hinfahrt einen zusätzlichen Ladestopp eingelegt: Los ging es um 8.34 Uhr, nach 890,7 Kilometern war der Audi e-tron um 19.08 Uhr am Ziel in Hamburg – mit Ladestand 65 Prozent. Die Zeitbilanz: 9 Stunden und 28 Minuten Fahrtzeit plus eine Stunde und 8 Minuten Ladestopps und Rasthalte. «Auf der Rückfahrt waren es dann vier Stopps. Wenn man sich ein bisschen zurückhält und nur 120 km/h fährt, wären sogar bloss drei möglich», sagt Thomsen.

Mit der e-tron Charging Card kann man an 184’118 Ladepunkten in ganz Europa die Batterien füllen. (Foto: Adrian Bretscher)

Womöglich ist die Zahl der Lade-Pausen auch gar nicht so wichtig. «Ich habe mich an High-Power-Charging-Ladestationen gehalten, den Audi e-tron kann man so mit bis zu 150 kWh aufladen», sagt Thomsen. «In 25 bis 30 Minuten schafft man es so von 10 zurück auf 80 Prozent der Batteriekapazität. Das ist weniger Zeit, als man denkt: Man steckt das Auto ein, geht aufs WC, trinkt einen Espresso, checkt am Handy die WhatsApp-Nachrichten – und merkt dann: Ist ja schon fertig geladen!»

Wer die Familie in den Audi e-tron packt, der brauche womöglich sogar länger Pause als das Auto, sagt Thomsen. «Bis alle ausgestiegen sind, etwas Kleines gegessen haben und vielleicht noch mal auf dem WC waren, sind 25 Minuten schon lange verstrichen.»

Manchmal ist das Auto schneller wieder startklar als der Mensch: Lars Thomsen am Steuer des Audi e-tron. (Foto: Adrian Bretscher)

Die ersten zwei bis drei Prozent, die sich auf eine neue Technologie einlassen, sind Pioniere: Man weiss nicht, ob sie sich durchsetzt – oder wann. «Denken Sie an Computer», sagt Thomsen, «die Ersten, die sich einen gekauft haben, konnten nicht einmal mit Sicherheit sagen, wozu der gut ist. Irgendwann wurde die Technologie so gut, dass auch Normalbürger erkannt haben, dass Computer funktionieren – und dass sie nützlich sind. Dieser Moment ist der Tipping Point. Ganz ähnlich passiert das derzeit mit der Elektromobilität.»

Zukunftsforscher Lars Thomsen vor seinem Büro in Erlenbach ZH. (Foto: Adrian Bretscher)

Die alltagstaugliche Dauer der Stopps beim Nachladen unterwegs ist für Thomsen ein Faktor dafür, dass es so weit ist. Der zweite: Die Schnelllade-Netze sind inzwischen so dicht, dass man ein Elektroauto wie einen Verbrenner fahren kann. «Und dann ist da noch die Batteriegrösse: Autobahnetappen von 250 oder 300 Kilometern sind mit vielen Autos kein Problem mehr. Thomsen: «Und mal ehrlich: Länger will doch niemand ohne Pause fahren.»

Das Audi e-tron-Langstreckenexperiment ist Lars Thomsen gelungen. «Man kann einen grossen, sehr komfortablen SUV fahren, aber gleichzeitig auch ein Teil der Lösung anstatt des Problems sein – das ist aus meinen Augen Spiel, Satz und Sieg für den Audi e-tron.»

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