Der Kraftort der Schweiz

Die Grande Dixence überschattet immer noch alles: Seit 1961 ist sie die höchste Talsperre Europas – und bestes Beispiel dafür, dass die Schweiz wie gemacht ist für Elektromobilität.

Xavier de Le Rue am Bec des Rosses an der Xtreme Verbier im April 2016. (Foto: Fabrice Coffrini/Getty)

Seine Wahlheimat liegt im Wallis: Freerider Xavier de Le Rue. (Foto: William Lacalmontie/Getty)

Xavier de Le Rue ist einer der besten Freerider der Welt. Der 41-jährige Franzose ist in den Pyrenäen aufgewachsen, sein Winterquartier hat er aber längst in die Schweiz verlegt: Verbier hat es ihm angetan. Xtreme Verbier, das Gipfeltreffen der Freerider, prägte er seit Jahren.

Er versetzte die Zuschauer mit seinen verwegenen Ritts regelmässig unter Strom. Im Big Mountain, der extremsten Form des Freeride-Snowboardens, sorgte er für neue Massstäbe. Und er zeichnete halsbrecherische Linien in die Felswand des Bec des Rosses, die vor ihm nie jemand gefahren war.

Sowohl de Le Rue und Verbier wissen, dass Spektakel und Vergnügen in den Bergen auch ihre Kehrseite haben. Sie setzen deshalb alles daran, den Sport in den Alpen so nachhaltig wie möglich zu betreiben. Und so die Zukunft zu sichern.

In nächster Nähe des Dorfs, nicht einmal 15 Kilometer Luftlinie entfernt, befindet sich die höchste Talsperre Europas und die höchste Gewichtsstaumauer der Welt: die Grande Dixence. Verbier ist im Sommer der ideale Ausgangspunkt für einen Besuch des grössten Schweizer Bauwerks. Das Ausmass ist unglaublich: An der Basis 200 Meter dick, 695 Meter lang und 285 Meter hoch. Die Arbeiter verbauten sechs Millionen Kubikmeter Beton. Der grosse Stausee fasst 400 Kubikmeter Wasser, das durch 100 Kilometer Stollen herangeführt wird. Das Schmelzwasser kommt von 35 Walliser Gletschern. Spektakulär für die Besucher: Im Innern gibt es attraktive Licht- und Tonbildschauen.

Die Grande Dixence wurde von 1950 bis 1961 gebaut – in dieser Aufnahme hat sie etwa die Hälfte ihrer geplanten Grösse. (Foto: Hans Gerber/ETH-Bibliothek Zürich)

Das alles ist beeindruckend. Die Grande Dixence, 1961 in ihrer heutigen Dimensionen vollendet, hat auch Jahrzehnte später Strahlkraft weit über das Wallis hinaus. Und sie zeigt exemplarisch, in welch privilegierter Lage die Schweiz ist: Dank Wasserkraft ist unser Strom nachhaltiger als in den meisten anderen Ländern. Die Schweiz hat kaum Bodenschätze. Sondern die Alpen – und das Wasser.

Das Innere der Grande Dixence kann man sogar besichtigen – ein perfekter Ausflug für Verbier-Gäste. (Foto: Jean-Christophe Bott/Keystone)

Das macht den Schweizer Strom nicht nur vergleichsweise umweltschonend, sondern auch günstig. Manch ein Zuzüger aus dem Ausland wundert sich über die hiesigen Strompreise. Die kurzen Wege zwischen Stromproduktion und Stromverbrauchern sorgen dafür, dass der Energieverlust geringer als anderswo ist.

Immer wieder behaupten Skeptiker, dass Elektroautos zwar bei der Fahrt die Luft nicht verpesten, aber ihre Herstellung alles andere als umweltfreundlich sei. Doch das stimmt nicht, wie jüngst eine Studie des Paul Scherrer Instituts in Villigen AG zeigte. Diese macht deutlich, dass Elektroautos auf lange Sicht die nachhaltigste Option sind, insbesondere wenn sie mit sauberem Strom betrieben werden.

Dank der Wasserkraft ist die Schweiz wie gemacht für Elektromobilität – und die elektrischen Autos von Audi. (Foto: AUDI)

Entscheidend: Die Forscher haben nicht nur den CO2-Ausstoss im Betrieb berechnet, sondern auch den Ausstoss, der bei der Herstellung und Entsorgung des Autos und seiner Komponenten anfällt. Sowie die Emissionen beim Bau der Strassen und jene aus der Produktion des jeweiligen Treibstoffs. Das Fazit: Zwar sind Elektrofahrzeuge in der Herstellung weniger umweltfreundlich als Benziner und Dieselautos. Aber im Betrieb machen sie das durch die nicht ausgestossenen Abgase mehr als wett. Vor allem in der Schweiz, so die Forscher, weil hier der Strom hauptsächlich aus Wasser- und Atomkraft produziert wird. Gemäss dem Paul Scherrer Institut verursacht der Schweizer Strommix dadurch nur wenig mehr als 100 Gramm CO2 pro kWh.

Die Walliser Staumauer Grande Dixence trägt ihren Teil dazu bei, dass der Schweizer Strommix so nachhaltig ist. (Foto: Alessandro Della Bella/Keystone)

Mit dem Schweden Johan Rockström, einem der meistzitierten Forscher der Welt, nimmt Xavier de Le Rue regelmässig Podcasts zu relevanten Themen aus den Bereichen Ökologie und Nachhaltigkeit auf. Die jüngste Folge handelt von den Sünden bei der Nahrungsmittelherstellung – und gibt Tipps und Tricks für eine nachhaltige Ernährung. Xavier de Le Rue ist selber Botschafter des Audi e-tron – im Januar gestalten er und Audi in Verbier ein Webinar rund ums Freeriden.

2021 wird auch die Elektromobilität einen entscheidenden Schritt vorwärts machen: Im rein elektrischen Line-up von Audi kommen in der ersten Jahreshälfte der Sportwagen Audi e-tron GT dazu, im Sommer wird der kompakt-SUV Q4 e-tron Sportback folgen. Viele Plug-in- und Mild-Hybrid-Fahrzeuge ergänzen die Palette.

Verbier gehört zu den Top-Winterdestinationen im Wallis. Um möglichst nachhaltig dorthin zu kommen, gibt es sogar eine App. (Foto: Laurent Darbellay/Keystone)

Auch Verbier lässt es nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben. Regelmässig tauschen sich Experten aus Wirtschaft und Forschung in der Walliser Skistation über neuste Entwicklungen und Trends aus. Das «Verbier Mobility Investment Forum» und das «World Mountain Forum» haben unter Experten den Status wie das Weltwirtschaftsforum bei Politikern: Hier wird die alpine Zukunft geschaffen. Schon realisiert ist die praktische und umweltschonende App MobiVerbier. Gäste können ihren Startort eingeben und ausrechnen, wie sie am schnellsten und mit dem geringsten CO2-Verbrauch ins Wallis gelangen.

Xavier de Le Rue hat 22 Jahre Erfahrung im Snowboarden gesammelt. Nun will er sein Freeride-Wissen weitergeben. Im Januar wird er dies in Zusammenarbeit mit Audi in einem Webinar direkt aus Verbier tun – alle weitere Informationen finden Sie hier:

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