Wo unser Strom hinfliesst

Private Haushalte verbrauchen rund ein Drittel des Stroms in der Schweiz – und viel davon verpufft ungenutzt. Hier erfahren Sie, wie Sie richtig smart Energie sparen.

Von Max Fischer

Nichts gegen ein heisses Bad im Winter. Aber was gibt es Schöneres, als den Tag mit einer eiskalten Dusche zu starten? So holen Sie sich den Frische-Kick und tun erst noch Gutes für die Umwelt. Eine kalte Dusche spart eine Menge Energie. Denn mit der warmen Morgendusche fliessen im Schnitt 50 Liter Warmwasser den Abfluss hinunter. Verschwender kommen gar auf 80 Liter. Warmes Duschen ist ein grosser Energiefresser im privaten Haushalt. Im warmen Wasser ist viel Energie enthalten.

War lange duscht, verbraucht bis zu 80 Liter Warmwasser. (Getty Images)
War lange duscht, verbraucht bis zu 80 Liter Warmwasser. (Getty Images)

Aber: Die Dusche ist auch einer der Orte, wo jeder aktiv zur Energiewende beitragen kann. Allein schon, weil Warmwasser zu 75 Prozent mit fossilen Energieträgern und zu 25 Prozent in elektrischen Boilern produziert wird. Auch wenn Sie zu den Warmduschern gehören, können Sie ganz einfach Energie sparen: Das ETH-Spin-off Amphiro hat eine Verbrauchsanzeige für die Dusche entwickelt. Klar ist: Wer «live» mitverfolgen kann, wie viel Wasser und Energie er während des Duschens verbraucht, der duscht sparsamer. Auf dem Display des Messgeräts leuchtet ein Eisbär auf einem Eisblock. Dieser schmilzt weg, je mehr warmes Wasser aus der Brause fliesst. Tatsächlich sank der Energie- und Wasserverbrauch in Tests im Schnitt um 23 Prozent.

Würde man nur 10 Prozent der Schweizer Haushalte mit Echtzeit-Duschanzeigen ausrüsten, liesse sich so viel Energie sparen, wie 18’400 Haushalte in der Schweiz pro Jahr total verbrauchen. Gemäss Amphiro ist die Nachfrage gross. Das hat auch die in Finnland beheimatete Oras Group bemerkt. Der Marktführer in den nordischen Ländern bei Sanitärarmaturen hat sich die Mehrheit von Amphiro gesichert: Die Gruppe will den Gebrauch von Wasser einfach und nachhaltig gestalten.

Der Duschcomputer Amphiro ist eine Schweizer Erfindung.
Der Duschcomputer Amphiro ist eine Schweizer Erfindung.

Besser Duschen statt Baden

Klar ist aber auch: Duschen ist allemal besser als Baden. Für ein warmes Bad brauchen Sie rund 100 Liter Wasser von 60 Grad. Zusammen mit 50 Litern Kaltwasser und den Wärmeverlusten beim Einlaufen ergibt sich eine volle Wanne mit einer Temperatur von rund 40 Grad. Wenn Sie fünf bis zehn Minuten duschen, verbrauchen Sie knapp 50 Liter 40-grädiges Mischwasser beziehungsweise 30 Liter Warmwasser (60 Grad). Eine warme Dusche benötigt nur etwa 30 Prozent der Energie eines Bads.

Gemäss Energie Schweiz verbraucht ein Erwachsener im Schnitt 160 Liter Wasser pro Tag. Mit 30 Prozent macht die Toilettenspülung den Hauptanteil aus. Duschen und Baden folgen mit 20 Prozent. Die Waschmaschine macht 18 Prozent aus, die Küche 15, die Körperpflege 13 und der Geschirrspüler 2 Prozent. Das heisst: Warmwasser aus dem Wasserhahn für Duschen, Baden, Küche und Körperpflege macht knapp die Hälfte des häuslichen Wasserbedarfs aus.

In den meisten Haushalten wird das Warmwasser durch die zentrale Wärmeerzeugung zusammen mit der Heizung (Öl, Gas oder Fernwärme) aufbereitet. In diesen Haushalten benötigt man keinen Strom für das Warmwasser. In rund einem Viertel der Schweizer Haushalte wird das Warmwasser aber mit Elektroboilern aufgeheizt. Diese elektrische Aufbereitung verdoppelt sich der Strombedarf in vielen Fällen. Ökologisch sinnvoller sind Wärmepumpen oder Sonnenkollektoren. 

Kaffee gibt und braucht Energie

Er ist der beliebteste Muntermacher der Schweiz. Damit Sie auch in den Ferien in die Gänge kommen, muss auch die Kaffeemaschine ihre Betriebstemperatur erreichen. Sobald sie eingeschaltet ist, verbraucht sie eine halbe Minute lang ungefähr 1000 Watt oder 1 kWh, um das Wasser auf 90 Grad zu erhitzen. Und hat man die erste Tasse herausgelassen, verbraucht sie erneut 1000 Watt, um das Wasser für die nächste Tasse zu erwärmen. 

Kaffeemaschinen, die keine Rücksicht auf Umwelt und Ihr Portemonnaie nehmen, halten das Wasser konstant auf einer Temperatur von 90 Grad, indem sie ihr Heizelement regelmässig aktivieren. Wenn sie den ganzen Tag eingeschaltet bleibt, verbraucht sie laut der Fachstelle energie-umwelt.ch mehr Strom für ihre Betriebsbereitschaft als für die Zubereitung des Latte macchiato.

Noch vor dem ersten Schluck haben viele Kaffeemaschinen schon 1000 Watt verbraucht. (Reuters)
Noch vor dem ersten Schluck haben viele Kaffeemaschinen schon 1000 Watt verbraucht. (Reuters)

Kaffeemaschinen mit einem Eco- oder Stand-by-Modus fallen in eine Schlaffunktion, wenn sie nicht benutzt werden. Dann verbrauchen sie lediglich 1 bis 4 Watt. Für eine neue Tasse muss man ungefähr eine halbe Minute warten, bis das Wasser die richtige Temperatur hat. Es gibt auch Modelle, die sich komplett vom Strom abschalten, wenn man sie eine gewisse Zeit lang nicht benutzt. Genau so, als würde man sie ausschalten.

Noch besser: Möchte man nicht gleich eine zweite Tasse, so sollte man die Kaffeemaschine in jedem Fall immer ausschalten. Das ist die beste Art, Strom zu sparen. Kaffeeautomaten verbrauchen je nach Grösse und Modell bis 40 Franken Energie, eine Kapselkaffeeaschine bis etwa 30 Franken.

Das bedeuten Watt und Kilowatt?

Was ein Elektrogerät aus dem Stromnetz an Leistung bezieht, wird in Watt angegeben (W). Für grosse Elektroverbraucher wird die Einheit Kilowatt (kW) verwendet. 1000 Watt sind ein Kilowatt. Die Energie hingegen wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben. Sie bezeichnet die Leistung eines Geräts und dessen Betriebszeit. Doch aufgepasst: Irrtümlich wird häufig die Bezeichnung Kilowatt pro Stunde kW/h benutzt. Diese Einheit wird fälschlicherweise von der vermuteten Analogie zur Geschwindigkeit (km/h) abgeleitet. Sie existiert aber gemäss Energie Schweiz nicht. Von der Leistung können Sie nicht automatisch auf den Energieverbrauch schliessen. Entscheidend sind die Betriebszeit und die Anzahl der eingesetzten Geräte. So verbrauchen zum Beispiel drei Halogenlampen à 50 Watt in einem typischen Haushalt mehr elektrische Energie als der Staubsauger mit 1400 Watt, weil sie in der Regel deutlich länger leuchten, als der Staubsauger läuft.

20 Rappen für eine Kilowattstunde

Im Schnitt kostet in der Schweiz der Haushaltstrom rund 20 Rappen für eine Kilowattstunde. Doch die Preise variieren von Gemeinde zu Gemeinde. Im Schnitt sieht der Stromverbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts so aus:

  • Beleuchtung 350 kWh oder 15 Prozent
  • Elektronische Geräte 500 kWh oder 21 Prozent
  • Kochen und Spülen 530 kWh oder 23 Prozent
  • Kühlen und Gefrieren 240 kWh oder 10 Prozent
  • Waschen und Trocknen 480 kWh oder 20 Prozent
  • Diverse Geräte 250 kWh oder 11 Prozent

Stand-by als Stromfresser

Viele elektronische Geräte haben in Haushalten eher kurze Betriebszeiten. Umso mehr spielt der Energieverbrauch ausserhalb ihrer Nutzungszeit eine grosse Rolle. Während TV-Geräte der Top-Klasse nur gerade zwei Prozent ihrer Energie im Stand-by verbrauchen, können es bei Set-Top-Boxen gut und gerne 70 Prozent sein, die nutzlos verschwendet werden. In der Schweiz sind rund 2 Millionen solcher Boxen im Einsatz. Diese verbrauchen jährlich rund 200 Millionen kWh. Auf energieschweiz.ch finden Sie Anleitungen zum strompsarenden Einsatz von Set-Top-Boxen. Bei den TV-Geräten selber konnten trotz steigender Bildschirmgrösse und Bildqualität die Energieeffizienz deutlich gesteigert werden. Ein moderner A+-LED-TV mit 102 Zentimeter Bildschirmdiagonale (40 Zoll) kommt auf einen jährlichen Verbrauch von 60 kWh. Das ist fast ein Drittel dessen, was ein alter Röhrenfernseher mit nur 66-Zentimeter-Bildschirmdiagonale verbraucht. 

Geräte abschalten

Wie eine Set-Top-Box ist auch der Router im Dauereinsatz. Er verbindet die verschiedenen Elektronikgeräte wie PC, Handy, Tablet mit dem Internet. Wichtig: Die meisten Router können mit einem einfachen Netzschalter abgestellt werden. Wenn ein Voice-over-IP-Telefon angeschlossen ist, geht das aber nicht. Notebooks benötigen nur einen Fünftel der Energie von Tischcomputern Empfehlung: Jeder Laptop und jeder Computer lässt sich so einstellen, dass er nach kurzer Zeit in den Stromsparmodus übergeht.

Mit einer abschaltbaren Steckerleiste entschärft man die Standby-Stromfresser. (Keystone)
Mit einer abschaltbaren Steckerleiste entschärft man die Standby-Stromfresser. (Keystone)

Eher geringer als vermutet ist der Stromverbrauch von Smartphones. Bei täglichem Laden beträgt er nur etwa 5 kWh pro Jahr. Zum Vergleich: Ein normal eingesetztes Notebook benötigt mit 50 kWh zehnmal mehr Energie. Das Tablet liegt näher beim Smartphone als beim Notebook. Viele Geräte wie Drucker, Spielkonsolen, Stereoanlagen und DVD-Rekorder können Sie am besten über eine schaltbare Steckerleiste zusammenfassen und in der Nacht abschalten.

Teure LED-Lampen sind günstiger

Mit dem Verbot der Glühlampen sind die preiswerten Halogenlampen in vielen Haushalten zum Standard geworden. Langfristig rentiert sich aber gemäss Energie Schweiz ein Kauf einer etwas teureren LED-Lampe. Ein typischer Haushalt hat eine Sparlampe à 20 Watt, vier Halogen-Spots à 35 Watt, fünf Halogenlampenà 48 Watt. Das macht total 700 Watt. Bei einer mittleren jährlichen Brenndauer von 500 Stunden beträgt der Stromverbrauch 350 kWh. Wenn Sie nun die Halogen-Spots und Halogenlampen durch LED ersetzen und eine neue LED-Stehleuchte kaufen, sparen Sie 280 kWh pro Jahr.

Neue Autos haben heute meist LED-Scheinwerfer eingebaut – Birnen-Tauschen lohnt sich auch für daheim. (AUDI)
Neue Autos haben heute meist LED-Scheinwerfer eingebaut – Birnen-Tauschen lohnt sich auch für daheim. (AUDI)

Richtig abwaschen

Eine Frage beschäftigt viele: Ist es sinnvoller, das Geschirr mit der Maschine oder von Hand abzuwaschen? Ein aktueller Geschirrspüler der Kategorie A+++ benötigt für einen Abwasch 7 bis 10 Liter Warmwasser und 0,7 bis 0,9 kWh Strom. Ein Handabwasch mit fliessendem Wasser Warmwasser verbraucht mehr Wasser und Strom! Tipp: Beladen Sie Ihre Abschwaschmaschine voll. Die meisten putzen das Sieb nur unregelmässig. Das führt zu unangenehmen Gerüchen, und es hemmt die Spülkraft. Noch etwas: Die Abwaschmaschine nicht zwischen 12 Uhr mittags und 20 Uhr laufen lassen. Dann ist der Strom am teuersten. Lassen Sie sie in der Nacht waschen. Aber nur, wenn es den Nachbarn nicht stört.

Machen Sie die Probe: Kochen Sie die Eier wie Alt-Bundesrat Dölf Ogi. 1988 demonstrierte er, wie er energieeffizient Eier kocht: Lediglich ein fingerbreit Wasser wird in der Pfanne mit Deckel aufgekocht. Im mit Dampf gefüllten Behälter wir das Ei in der gleichen Zeit mit nur 0,1 kWh Strom hart gekocht. Der Energieverbrauch ist dreimal niedriger als in einer voll mit Heisswasser gefüllten Pfanne. Das energieintensive Aufheizen der gesamten Wassermenge entfällt.

So finden Sie sparsame Geräte

Energieetiketten – hier an einem TV-Gerät – kleben auch an Kühlschränken und Gefriertruhen. (Keystone) Energieetiketten – hier an einem TV-Gerät – kleben auch an Kühlschränken und Gefriertruhen. (Keystone)

In der Schweiz sind in Übereinstimmung mit der EU alle Geräte mit einer Energieetikette versehen. Sieben farbige Pfeile zeigen, wie energiesparend das Gerät ist. Der grüne steht für den niedrigsten, der rote für den höchsten Verbrauch. A1, A2 und A3 verbrauchen am wenigsten, C und D am meisten Energie. Vor einem Kauf hilft ein Klick auf www.topten.ch – dort finden Sie die energieeffizientesten Geräte. Auf der Seite des Fachverbands für Elektroapparate in Haushalt und Gewerbe www.compareco.ch haben Sie Zugriff auf eine umfassende Datenbank für Haushaltgeräte von 30 Herstellern. Energy Star ist ein amerikanisches Label für energieeffiziente Elektrogeräte. Die Schweiz hat mit den USA ein Abkommen geschlossen und übernimmt den Energy Star bei den Bürogeräten. Auf www.energystar.ch finden Sie Computer, Bildschirme, Drucker und Kopierer, die die Anforderungen des Labels erfüllen.

Mikrowelle schlägt Herd

Sie können Mahlzeiten im Mikrowellenofen deutlich schneller als im Backofen oder in einer Pfanne erwärmen. Und da der Mikrowellenofen auch noch eine geringere Leistung hat, ist der Energieaufwand zur Erwärmung von Speisen deutlich niedriger als auf dem Herd. So funktionierts: Statt Hitze sendet die Mikrowelle elektromagnetische Wellen auf das Kochgut. Diese erwärmen das Essen durch Anregung der Wassermoleküle im Innern der Lebensmittel.

Ein kühles Bier, ein feines Glace: Rund 4,4 Millionen Kühlschränke in der Schweiz Tag und Nacht in Betrieb. Zusammen mit Gefriergeräten verbrauchen sie jährlich 1100 Millionen Kilowattstunden Strom. Schauen Sie bei Ihrem Gerät auf die Energietikette. Diese gibt Auskunft über Verbrauch, Effizienz, Kühlinhalt und Schallpegel. Eine aktuelle Kühl-Gefrier-Kombination der Effizienzklasse A+++ benötigt 140 Kilowattstunden Strom pro Jahr – ein schlechtes Gerät der Klasse C aus den 90er-Jahren 600 Kilowattstunden. Tipp: Ein Kühlgerät niemals direkt neben Kochherd, Geschirrspüler und Heizkörper installieren. Je höher die Umgebungstemperatur, desto höher der Stromverbrauch. Grosse Kühlschränke und Kühltruhen kosten zwischen 20 und 40 Franken im Jahr. Achtung: Stellen Sie keine warmen Speisen in den Kühlschrank. Und zugefrorene Kühlschränke sind Energieräuber. Je dicker die Eisschicht, desto höher der Energieverbrauch. Tipp: Tauen Sie den Kühlschrank ab, bevor Sie ans Meer oder in die Berge verreisen – und lassen Sie die Kühlschranktüre offen.

Es ist kein Geheimnis: Auch der Herd ist ein Stromfresser. Mit 450 kWh im Jahr gehört er zu den Spitzenreitern. Das muss nicht sein: Das Kochgeschirr sollte genau auf die Herdplatte passen und nicht zu gross und nicht zu klein sein. Sonst wird Energie verschleudert. Es gibt mittlerweile auch besonders energieeffizientes Kochgeschirr. Mit einem Schnellkochtopf lässt sich gegenüber einer herkömmlichen Pfanne beinahe 50 Prozent Strom sparen. Nicht vergessen: Beim Kochen immer den Deckel auf die Pfanne. Viele greifen lieber zum Wasserkocher, wenn sie nur heisses Wasser brauchen. Gut so! Wasser auf dem Herd zu erwärmen, verbraucht etwa viermal so viel Strom wie mit dem Wasserkocher.

Nachhaltig: Audi Destination Andermatt

In der Tourismusgemeinde Andermatt wird praktisch nur erneuerbarer Strom konsumiert. Auf dem Hausberg Gütsch liefert eine Windturbine in hochalpiner Lage grüne Energie. Sämtliche Bauten rund um das Resort des ägyptischen Investors Samih Sawiris werden im Minergiestandard gebaut. Und ein Holzschnitzelwerk in Göschenen sorgt für Wärme im ganzen Gemeindegebiet.

Da überrascht es nicht, dass Audi mit der «Energiestadt» eine Partnerschaft eingegangen ist. Beide haben sich das Thema Nachhaltigkeit nicht nur auf die Fahne geschrieben – sie setzen das konsequent um.

In der «Energiestadt» Andermatt UR kommt fast ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Quellen zum Einsatz. (The Chedi) In der «Energiestadt» Andermatt UR kommt fast ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Quellen zum Einsatz. (CREDIT: The Chedi)

Audi wurde als erster Automobilhersteller mit dem Nachhaltigkeits-Zertifikat der Aluminium Stewardship Initiative (ASI) ausgezeichnet. Dieser umfasst ökologische, soziale und wirtschaftsethische Kriterien. Sie gelten für alle Stadien der Prozesskette, vom Abbau des Rohstoffs Bauxit über die Verarbeitung und Produktion bis hin zum Recycling. Und für den e-tron, das erste vollelektrisches Auto von Audi, gabs für die nachhaltige Produktion das begehrte «Performance Standard»-Zertifikat.

Machen Sie die Probe: Feriengäste oder Besucher des 5-Sterne DeLuxe-Hotels The Chedi können die Vorzüge des CO2-neutralen Audi e-tron in der Bergwelt von Gotthard und Oberalp auf einer Probefahrt mit gutem Gewissen selber testen. Informationen über die Verfügbarkeit gibts direkt beim Hotel.

Mit 30 Grad waschen

Achten Sie auch bei Waschmaschinen auf die Energieeffizienzklasse. A+++ steht für den niedrigsten Verbrauch. Geräte mit A+ verbrauchen am meisten Strom. Mit einer neuen Maschine sparen Sie gegenüber einem älteren Modell etwa die Hälfte Strom. Beachten Sie aber auch die Waschregeln: Nutzen Sie den Stauraum vollständig aus. Und falsch: Mit mehr Waschmitteln wird die Wäsche nicht sauberer. Für die meisten leicht bis mittelmässig verschmutzten Klamotten genügt eine Waschtemperatur von 30 Grad. So lässt sich gegenüber einer 90-Grad-Wäsche bis 70 Prozent Energie sparen. Und gegenüber einer 40-Grad-Wäsche  spart man immer noch bis 20 Prozent. Eine 7-Kilo-Waschmaschine frisst im Jahr Strom für 60 bis 90 Franken. Ein Versuch: Verzichten Sie dank moderner Kaltwaschmittel auf heisses Wasser. Das schont nicht nur Umwelt und Portemonnaie – sondern auch die Farben Ihrer Blusen und T-Shirts.

Wer die Wäsche an der Sonne trocknet, verschleudert keine Tumbler-Energie. (Keystone)
Wer die Wäsche an der Sonne trocknet, verschleudert keine Tumbler-Energie. (Keystone)

Aufgepasst: Viel Energie geht beim Wäschetrockner drauf. Setzen Sie auf die Solarkraft: Reicht der Sonnenschein, ist es wesentlich billiger, die Wäsche an der Leine zu trocknen. Wer auf den Tumbler angewiesen ist, soll mit möglichst niedrigen Temperaturen experimentieren, bis das Resultat zufriedenstellend ist. Nicht vergessen: Das Sieb regelmässig putzen, nur so kann das Gerät effizient trocknen. Ein 8-Kilo-Tumbler verursacht Energiekosten zwischen 30 und 50 Franken jährlich.

Steamer sind Energiefresser

Über drei Millionen Haushalte in der Schweiz verbrauchen zum Kochen und Backen 1,2 Milliarden kWh Strom pro Jahr. Was die meisten vergessen: Die Kochmethode hat grossen Einfluss auf den Energieverbrauch. Die gross in Mode gekommen Steamer sind  Energiefresser. Gart man 500 Gramm Kartoffeln in einer Isolierpfanne, braucht man dafür 0,1 kWh Strom. Der Steamer benötigt viermal so viel, im Backofen mit Steamer-Funktion sind es gar siebenmal so viel. Ein Backofen mit 60 Zentimeter Breite frisst im Jahr Strom für 20 bis knapp 40 Franken.

Auch da steckt viel Energie drin: Dieses Rib-Eye-Steak hat 19-mal so viele Treibhausgase verursacht wie gleich viel Gemüse aus der Region. (Getty)
Auch da steckt viel Energie drin: Dieses Rib-Eye-Steak hat 19-mal so viele Treibhausgase verursacht wie gleich viel Gemüse aus der Region. (Getty)

Lassen es die Temperaturen zu, geht nichts über ein Essen im Freien – am besten inklusive Zubereitung auf dem Grill. Dort gilt: Nichts gegen ein feines Steak, aber legen Sie doch auch einmal ein Tofu-Würstchen über die Glut. Und vor allem grillieren Sie mehr Gemüse – gefüllte Auberginen, Tomaten oder Maiskolben sind klimafreundlicher als ein Mocken Fleisch und sorgen erst noch für Abwechslung auf dem Rost. Zum Vergleich: Ein Kilo Rindfleisch verursacht so viele Treibhausgase wie 19 Kilogramm Gemüse aus der Region. Ein Elektrogrill ist zwar praktisch, aber er braucht viel Strom. Besser ist ein Holzkohlegrill. Kaufen Sie aber nur zertifizierte Holzkohle.

Das ist die 2000-Watt-Gesellschaft

Alle reden von ihr. Im In- und Ausland. «Erfunden» hat sie die Schweiz: Das Modell der 2000-Watt-Gesellschaft entstand Anfang der 90er-Jahre im Umfeld der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH Zürich. Die Hinweise auf einen Klimawandel nahmen zu. Kritische Wissenschafter stellten sich die Frage nach einer nachhaltigen und gerechten Energieversorgung. 

Als Ziel legten sie eine Leistung von 2000 Watt pro Kopf fest. Das entsprach 1990 dem Weltjahresverbrauch von 17’520 Kilowattstunden (48 Kilowattstunden pro Tag). Gemäss Spezialisten der ETH ist es möglich, auf diesen Wert zurückzukommen. Vor allem durch Erhöhung der Effizienz an Gebäuden, Geräten und Fahrzeugen. Aber auch durch die Entwicklung neuer Technologien.

In der Schweiz haben der Energiebedarf und die Treibhausgasemissionen pro Einwohner jahrzehntelang ständig zugenommen. Seit dem Höhepunkt im Jahr 2000 mit deutlich über 6000 Watt geht der Verbrauch laut der Fachstelle «2000-Watt-Gesellschaft» pro Kopf markant zurück: 2010 lag er noch bei 6045 Watt, 2016 bereits bei 4857. Gemäss den Energie-Profis leben wir effizienter, ist doch der Gesamtenergieverbrauch totz Zunahme der Bevölkerung konstant. Das erfreuliche Resultat sei aber auch auf die ambitionierte Energiepolitik der letzten Jahre zurückzuführen.

In der Tat: Über hundert Gemeinden und Städte, darunter Zürich, Luzern, Aarau, Winterthur und Zug sowie 23 der 26 Kantone haben die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft in ihren energiepolitischen Zielvorgaben verankert. In Zürich, Luzern und Aarau haben sich die Stimmbürger deutlich für diesen Schritt entschieden. Das ist nicht alles: Hinzu kommen kurzfristig noch 250 2000-Watt-Areale mit einer Bevölkerung in der Grössenordnung einer Stadt wie Winterthur und mittel- bis langfristig weitere 900 Areale, die etwa so viele Menschen wie die Stadt Zürich Platz geben. Ziel ist es, bis 2100 den Energieverbrauch pro Einwohner auf 2000 Watt und die Treibhausgasemission auf eine Tonne pro Person und Jahr zu reduzieren. Für das Jahr 2050 gibt es zwei Zwischenziele: 3500 Watt und zwei Tonnen.

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